Führungskräfte auf Distanz

von Lars Guillium am 19. Oktober 2020

Distanz zwischen Mitarbeiter und Führungskraft führt schon im Regelbetrieb eines Unternehmens zu Schwierigkeiten. Die Herausforderungen an Führungskräfte sind mit der Corona-Pandemie aber noch einmal bedeutend gestiegen.

Führung bedeutet in Zeiten von Homeoffice und geteilten Teams allerdings nicht erst seit Corona eine besondere Herausforderung für beide Seiten.

Als Führungskraft steht man in der Remote-Arbeit zwei zentralen Problemen gegenüber:

  1. Unklarheiten und Unsicherheiten in Bezug auf Aufgaben und Themen zu klären
  2. Den Kontakt zu den einzelnen Mitarbeitern zu halten

Diese beiden Schwerpunkte bilden die Kernelemente von Führung auf Distanz. Einerseits muss das gesamte Team fachlich immer auf einem einheitlichen Stand sein, andererseits darf die persönliche Komponente der Führung trotz der Distanz nicht verloren gehen.

Fachliche Führung

Fachlich ist eine gute Regelkommunikation unerlässlich geworden. Mitarbeiter müssen sich zu den Arbeitsergebnissen austauschen können und es muss eine einheitliche und verständliche Dokumentationsstruktur geben, die es jedem Mitarbeiter ermöglicht, auf dem aktuellsten Stand zu bleiben. Teams, die an unterschiedlichen Standorten sitzen, haben sich bereits vor Corona mit hilfreichen Tools wie Jira, Trello oder Confluence beholfen. Heute bieten auch Programme wie MS Teams nützliche Features, damit sich ein Team effektiv organisieren kann. Virtuell angelegte Büros, in denen die Mitarbeiter permanent online sind, können physische Büros ersetzen – im Voice-Chat kann man jederzeit seine Stummschaltung aufheben und z.B. eine Frage in den virtuellen Raum werfen.

Stay home, but stay in contact

Die individuellen Bedürfnisse der Mitarbeiter kann man im Remote-Kontext allerdings nur sehr schwer erfassen, da die nonverbale zwischenmenschliche Kommunikation fast vollständig zum Erliegen kommt. Einzig die Bildübertragung im Videochat bietet hier die Möglichkeit, emotionale Reaktionen besser zu erfassen. Die wenig beachteten Gespräche an der Kaffeemaschine oder auf dem Weg zur Kantine zeigen in der Remote-Situation mehr als deutlich auf, dass der soziale Kitt, der ein Team zusammenhält aus mehr besteht, als eben nur aus dem fachlichen Austausch. Der Verlust dieser Informationsquellen in Bezug auf die Verfassung und Leistungsfähigkeit der einzelnen Mitarbeiter ist für die Führungskraft bedeutender, als bislang angenommen.

Viele Firmen setzen hier darauf, diese – für gewöhnlich mehr zufälligen – Begegnungen durch gezielte Online-Events zu ersetzen. Virtuelle Kaffeeküchen bieten Raum für den persönlichen Austausch. Das geht in manchen Firmen sogar so weit, dass man sich im großen Rahmen zum gemeinsamen Online-Grillen verabredet.

Ersetzen lassen sich die zwischenmenschlichen Kontakte, die man im Büroalltag gewohnt war, allerdings durch solche Events nur schwer. Der direkte Draht zu den Mitarbeitern – also der Anruf zwischendurch, ein Videochat außer der Reihe oder der persönliche, bilaterale Chat – wird für die Führungskraft im Remote-Kontext immer bedeutender. Das gilt ebenso für den Kontakt der Mitarbeiter untereinander.

Fazit?

Einer Studie des Fraunhofer Instituts in Zusammenarbeit mit der deutschen Gesellschaft für Personalentwicklung DGFP e.V. zufolge sehen 40% aller befragten Führungskräfte noch Schulungsbedarf in Virtual Leadership. 47% gaben jedoch an, dass sich ihre Vorbehalte gegenüber dieser neuen Art der Mitarbeiterführung aufgrund der positiven Erfahrungen gemindert hätten.

Fazit: Der Arbeitsalltag hat sich mit der Pandemie für viele bedeutend verändert und Führungskräfte stehen heute vor einer besonderen Herausforderung. Ob die digitalen Möglichkeiten aber ausreichen muss sich im Alltag erst noch zeigen.


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