Konflikte lösen im Team

von Björn Ruland am 26. Januar 2021

Konfliktfreiheit ist eine Utopie.

Konflikte sind etwas natürliches und unvermeidbar. Sie gehören im beruflichen Kontext sogar zum Alltag. Meinungsverschiedenheiten und Meinungsaustausch sind wesentliche Elemente der Kommunikation, der persönlichen Entwicklung und des Lernens. Allerdings kann aus Diskussionen, Verhandlungen und Missverständnissen leicht Streit entstehen.

Eine Aufgabe von Führungskräften ist es, solche Konflikte erst gar nicht weiter eskalieren zu lassen. Dabei geht es nicht darum, Lösungen vorzugeben und diese durchzudrücken. Vielmehr müssen Führungskräfte gegenseitiges Verständnis bei den Beteiligten schaffen und dauerhaft stabile Kompromisse herbeiführen.

Die wichtigste Regel:

Scheuen Sie sich nicht davor, in einen Konflikt mit einzusteigen. Sobald eine Auseinandersetzung nur auftaucht, treten viele den Rückzug an, um einem möglichen Konflikt aus dem Weg zu gehen. Das kann aber schnell zur Eskalation führen. Bieten Sie daher frühzeitig ihre Unterstützung an, agieren Sie als Vermittler und Moderator und zeigen Sie Ihren Mitarbeitern, dass Sie die Lage Ernst nehmen.

Damit Konflikte erfolgreich gelöst werden können, braucht es aber auch die Mithilfe des Teams und die nötigen Voraussetzungen am Arbeitsplatz. Denn wenn das Team Konflikte gar nicht lösen will und nicht bereit ist, diese konstruktiv anzugehen um eine Eskalation zu verhindern, haben Sie es generell schwer. Schaffen Sie daher mit Ihren Mitarbeitern und anderen Führungskräften eine Unternehmenskultur, die Konfliktfähigkeit und Kompromissbereitschaft auf allen ebenen fördert.

Noch eine Regel:

Sachlich bleiben! Das ist das oberste Gebot im Streitfall. Wer seinen Streitpartner auf einer persönlichen Ebene attackiert, kann sich ein Konfliktgespräch ebenso gut sparen. Doch leichter gesagt als getan. Denn Emotionen bestimmen unser Handeln. Behalten daher Sie als Vermittler einen kühlen Kopf und lassen Sie sich nicht auf eine Seite ziehen.

Oft lohnt es sich auch, eine unbeteiligte Person als Vermittler einzusetzen. Ich werde häufig danach gefragt, denn ich bin als Berater zwar in die Themen involviert und den Mitarbeitern bekannt, aber Emotional nicht so fest verankert, wie feste Mitarbeiter. Was sich in der Praxis bewährt hat, ist das folgende Vorgehen:

  1. Analyse des Problems: Bleiben Sie bei den Fakten und lassen Sie keine Diskussion darüber zu, wer wann was getan hat. Fokussieren Sie sich darauf, worum sich der Konflikt eigentlich dreht.
  2. Problemlösung: Verlieren Sie sich nicht in Details sondern stellen Sie diese Fragen: Was wäre eine faire Lösung für den Konflikt? Welche der Lösungsvorschläge wären machbar?Welche der machbaren Lösungen sind für beide Seiten akzeptabel?
  3. Konfliktlösung: Um das erneute Auftreten einer Auseinandersetzung zu vermeiden, lassen Sie sie Beteiligten herausfinden, was den Konflikt eigentlich verursacht hat. Fokussieren Sie die Streithähne darauf ihre Bedürfnisse und nicht Vorwürfe zu formulieren. „Für eine gute Zusammenarbeit benötige ich,…“

Vergessen Sie zum Abschluss nicht, dass sie aus Konfliktsituationen auch immer etwas lernen können. Finden Sie heraus, wie sich der aufgetretene Konflikt als Lernerfolg auf Sie selbst, die Konflikt-Beteiligten und das ganze Team auswirkt. Welche Erkenntnisse haben Sie gewonnen und wie können Sie diese für die Entwicklung des Teams nutzen?


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