Starke Führung

von Lars Guillium am 3. Dezember 2020

Wer eine gute Führungskraft sein will, muss zuerst sich selbst führen können.

Ich bin seit ein paar Wochen bei einem Unternehmen aus dem produzierenden Gewerbe mit ca. 500 Mitarbeitern. Bereits im vergangenen Jahr hat das Unternehmen mit einzelnen Teams angefangen, agiles Arbeiten auszuprobieren und damit gute Erfahrungen gemacht. Seit Oktober unterstütze ich das Unternehmen dabei ein Projekt in einem skalierten Umfeld umzusetzen; d.h.: vier Teams arbeiten parallel an der Umsetzung verschiedener Bereiche eines gemeinsamen Endprodukts. In regelmäßigen Abständen von drei Wochen zeigen die Teams die Ergebnisse ihrer Arbeit in einem gemeinsamen Review, um Feedback für ihr weiteres Vorgehen zu erhalten.

Gerne würde der Bereichsleiter an den Präsentationen teilnehmen, sagte mir die Assistentin, das ist für ihn hochinteressant. Aber egal, wie wir die Termine einstellten, bisher hat der Bereichsleiter noch an keinem Review teilgenommen, da immer ein wichtigerer Termin oder eine Abstimmung dazwischengekommen ist.

Die Überbelastung von Führungskräften ist kein neu aufgetretenes Phänomen, sondern ein altbekanntes. Die Kalender sind immer voll und die Arbeitslast enorm. Mit der Krise in diesem Jahr hat die Belastung sogar zugenommen. Genau wie die Mitarbeiter mussten Führungskräfte ihre Arbeitsweise umstellen und neue Aufgaben lernen: verteilt sitzende Mitarbeiter im Home Office koordinieren und bestärken, ihnen vertrauen und sie unterstützen. Ein moderner und krisenfester Führungsstil zeichnet sich daher durch emotionale und geistige Flexibilität aus.

Resilienz ist die dynamische Fähigkeit eines Menschen, mit widrigen Umständen und Situationen umzugehen. Dabei sind es verschiedene Faktoren wie Optimismus, tragfähige Beziehungen oder auch Lösungsorientierung, die es dem Menschen ermöglichen, Krisen zu überwinden und gegebenenfalls sogar daran zu wachsen.

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Resiliente Führungskräfte sind nicht diejenigen, die sich schonen und zusätzliche Arbeit auf andere verteilen – sie empfinden ihre tägliche Arbeit und die Herausforderungen als weniger belastend. Resilienz kann der entscheidende Faktor für den Unternehmenserfolg sein, denn resiliente Führungskräfte geben ihren Mitarbeitern auch in unsicheren Zeiten Orientierung. Haben Mitarbeiter ein Vorbild für ihre eigene Haltung, fühlen sie sich als Teil eines Ganzen und entwickeln eine eigene emotionale Flexibilität.

Meine Aufgabe als Coach in einem Unternehmen, ist es nicht nur die Performance von Teams zu verbessern und sie zur Selbstorganisation zu führen. Ich sehe es auch in meiner Verantwortung nach dem Zusammenspiel aller Beteiligten zu sehen und auf erste Anzeichen von Überbelastung zu achten. Wie im Beispiel des Bereichsleiters meines Kunden. Resilienz kommt natürlich nicht über Nacht, aber man kann es lernen. Und so habe ich in einem ersten Gespräch das Thema auf den Tisch gelegt: Welche Auswirkungen hat sein Verhalten und sein Vorbild auf die Motivation und das Engagement seiner Mitarbeiter? Verringern kann ich seine Arbeitslast nicht, aber seine Außenwirkung habe ich etwas in den Vordergrund stellen können. Gute Voraussetzungen für das kommende Jahr.


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